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mit Baby und Kleinkind in Südafrika - Gastbeitrag

Gemeinsame Elternzeit in Südafrika - Ja, unbedingt!

 

Als Anne mich gebeten hat, einen Beitrag zu schreiben, wie es uns in Kapstadt mit Kleinkindern ergeht, habe ich gerne zugesagt.

 

Kurz zu uns:

George und ich, wir kennen uns jetzt seit fast 10 Jahren und sind vor 8 Jahren das erste Mal nach Südafrika geflogen. 2016 haben wir mit Freunden und Familie hier in Kapstadt geheiratet und sind 2017 mit unserem Sohn Liam, damals 3 Monate alt, in unserer gemeinsamen Elternzeit nach Kapstadt geflogen. Dieses Mal sind wir mit Liam, 2 Jahre und 4 Monaten und Elijah, 9 Monate wieder in gemeinsamer Elternzeit hier. Insgesamt sind wir jetzt zum sechsten Mal hier und wie man erahnen kann, sind wir einfach von diesem Land fasziniert.

 

Als Liam unterwegs war und wir uns Gedanken über die Elternzeit gemacht haben, war und schnell klar, dass wir unbedingt gemeinsame Elternzeit haben wollten. Da mein Mann und ich immer unter Fernweh leiden, war uns genauso schnell klar, dass wir diese am liebsten im sommerlichen Afrika verbringen wollten.

 

Wieso zieht es uns immer wieder nach Kapstadt und das sogar mit einem Säugling und jetzt mit zwei Kleinkindern?

 

Ich denke, das Allerwichtigste ist, dass wir uns vom ersten Mal an hier wie Zuhause gefühlt haben. Die Südafrikaner sind unheimlich freundlich und offen. Nach einem 11 Stündigen Flug von Frankfurt nach Kapstadt taucht man in ein fremdes Land ein, das aber über alles verfügt, was man so von Deutschland gewöhnt ist, sei es Babynahrung, Windeln oder im Fall der Fälle eine ärztliche Versorgung.

Der Flug geht übrigens von Frankfurt in der Regel über Nacht und mit einem Bassinet und einem Reisebett extra für das Flugzeug war auch das gut machbar mit Kleinkindern. Für das Bassinet muss man nur bei der Flugbuchung gleich die richtigen Sitzplätze reservieren.

 

Finanziell gesehen, sind Flüge innerhalb Europas sicherlich erschwinglicher, aber dafür bekommt man dann hier für sein Geld sehr viel geboten. Wir leben zum Beispiel direkt am Meer in einem Ferienhaus und hören den ganzen Tag das Meeresrauschen.

Als Paar und mit nur einem Kind haben wir oft auf einen Mietwagen verzichtet und sind mit dem Zug oder Uber gefahren, doch jetzt mit zwei Autositzen musste ein eigener Wagen her.

Diesen nutzen wir im Moment noch vor allem für kurze Strecken, doch in ein paar Wochen wollen wir damit ein Stück die Gardenrout fahren.

Ihr glaubt gar nicht, wie gut so ein Tapetenwechsel tun kann, v.a. in der ersten Zeit mit kleinen Kindern. Dadurch, dass man aus allem Bekannten herausgenommen wird, konzentriert man sich auf die wirklich wichtigen Sachen und das ist für uns v.a. unsere gemeinsame Zeit und gemeinsame Erlebnisse. Und hier gibt es so viel zu entdecken und wenn man wie wir auch noch einiges an Zeit hat, kann man das mit zwei kleinen Kindern auch ganz entspannt angehen.

Sicher können und wollen wir keine so großen Ausflüge und Touren wie früher machen, aber auch im näheren Umfeld kann man einiges Erleben.

Wir lieben es z.B. zu Openairkonzerten im Botanischen Garten zu gehen. Dort breiten wir unsere Picknickdecke aus, genießen das Ambiente, die Aussicht, die Musik und sind zur Schlafenszeit der Kinder wieder zuhause.

Typisch für Kapstadt sind aber auch „neighbourhood markets“, die man gut mit Kindern besuchen kann. Dort gibt es Köstlichkeiten, handgefertigte Dinge, Musik und vieles mehr.

Mit den Kindern geht es täglich ans Wasser und auf einen Spielplatz mit Meerblick. Auch hier breiten wir unsere Picknickdecke im Schatten aus, dann holen wir uns einen Kaffe und schauen Liam beim Spielen mit anderen Kindern zu.

Aber ein ganz besonderes Highlight ist dieses Mal, das es hier so viele Tiere gibt, die man sich anschauen kann. Liam hat schon in Deutschland immer erzählt, dass wir Auto fahren werden ( in Berlin haben wir kein Auto) und dass wir Tiere gucken werden. Diesem Wunsch sind wir schon gefolgt. Direkt hier am Hafen leben Seelöwen, die wir besucht haben und vor ein paar Tagen haben wir das Weingut „Vergenoegd Löw The Wine Estate“ besucht, denn dort leben Laufenten, die dafür sorgen, dass es weniger Ungeziefer gibt. Zweimal am Tag laufen sie über den Hof, was ein großes Spektakel ist.

Heute haben wir unsere erste größere Tour gemacht und sind nach „buffelsfontein“ gefahren und haben dort eine 1 1/2 Stündige Tour mitgemacht. Liam war begeistert vom Safarijeep und den Tieren. Besonders angetan war er von den Giraffen und den Zebras.

Wir waren aber auch schon im Aquarium an der Water Front und in einem Auffanggehege für Tiere in Hout Bay.

 Was soll ich sagen, das ist erst der Anfang unserer Zeit hier. Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Wochen und bin sicher, dass wir noch viele Abenteuer erleben werden.

Und falls jemand überlegt, eine solche Reise anzutreten, kann ich nur sagen, man muss es einfach mal ausprobiert haben. Vorher macht man sich viele Gedanken, aber vor Ort genießt man nur in vollen Zügen.

 

 

Lieben Gruß aus Afrika

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